bosco

                                                                 

Was Sie hier so finden:
(Bitte durchscrollen!)

- Über Don Bosco und seine Salesianer

- Über Maria Mazzarello und die Don Bosco Schwestern

- Über Franz von Sales, dem "Namengeber" der Salesianer

- Literaturhinweise

- Linkliste

 

 Fröhlich sein,
                   Gutes tun und
         die Spatzen pfeifen lassen!

 

  Johannes Bosco (1815-1888)

                  Gründer der Salesianer Don Boscos (SDB) 

Erläuterung des Namens
> Salesianer:  Nach Franz von Sales (s.u.), dessen geistige Ausrichtung er übernahm
> Don:            In Italien die Anrede für einen Priester (bis heute)
> Bosco:        Sein Familienname<
> Don Bosco Bis heute gängige Bezeichnung für den Ordensgründer Johannes Bosco

 

Don Bosco, die  Salesianer und ihre Wege nach Deutschland

Norbert Wolff

NB: Der Originalartikel wurde 2003 von Pater  Norbert Wolf SDB für eine Festschrift zusammengestellt. Er hat die Genehmigung zur Verwendung in meiner Homepage erteilt. Einige Passagen sind leicht gekürzt oder stilistisch verändert.

Der Gründer: Johannes Bosco (1815–1888)
Am 16. August 1815 in Becchi bei von Turin (Oberitalien) geboren, wuchs Johannes Bosco in einfachen Verhältnissen auf. Mit knapp zwei Jahren verlor er seinen Vater, so daß die Mutter sich praktisch allein um die drei Kinder zu kümmern hatte. Durch Arbeit in der Landwirtschaft und in verschiedenen handwerklichen Berufen konnte der junge Johannes schließlich soviel zum Lebensunterhalt beitragen, daß der Besuch des Gymnasiums in der nahegelegenen Stadt Chieri möglich wurde. Er wollte nämlich Priester werden.

Ab 1835 studierte er Philosophie, ab 1837 Theologie am Priesterseminar in Chieri und am 5. Juni 1841 empfing er in der Turiner Immaculata-Kirche die Priesterweihe. Es schloß sich ein dreijähriges  pastoraltheologisches Aufbaustudium an.  Zugleich sammelte er erste praktische Erfahrungen in der Arbeit mit gefährdeten Jungen.
Im Jahre 1844 übernahm Don Bosco die Stelle eines Hausgeistlichen in einem Mädchenheim der Marchesa Giulia Barolo (1785–1864). Diese neue Aufgabe erlaubte es ihm zunächst, das »Oratorium des hl. Franz von Sales«, wie er seine Zusammenkünfte mit Jungen von der Straße nannte, weiterzuführen. Ab 1845 mußte das Oratorium sich auf Wanderschaft begeben. Don Bosco verzichtete 1846 auf die Stelle als Hausgeistlicher und fand nach langem Suchen im Turiner Stadtteil Valdocco eine feste Bleibe für seine jugendpastoralen Aktivitäten.
Das Werk entwickelte sich zusehends: Eine Kapelle wurde errichtet, dem Oratorium wurden nach und nach verschiedene andere Einrichtungen angegliedert (Heim, Lehrwerkstätten, Berufsschule, Gymnasium, Druckerei). Don Bosco trat auch als Verfasser von populären religiösen Schriften sowie von Schulbüchern hervor. 

Er lebte in einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Sein Geburtsjahr 1815 war zugleich das Jahr des Wiener Kongresses, auf dem die politische Neuordnung Europas geschah. Liberale und nationale Gedanken kamen mehr und mehr zum Durchbruch.

Der Turiner Jugendseelsorger, der sich einerseits als Italiener fühlte, andererseits in Treue zum Papst stand, war von den Spannungen, die damals zwischen Staat und Kirche herrschten, mitbetroffen. Gelegentlich trat er hier als Vermittler in Erscheinung, so etwa, wenn es um die Besetzung unbesetzter Bischofsstühle ging. Von staatlicher Seite wurde sein Einsatz zugunsten vernachlässigter und bedürftiger Jungen durchaus geschätzt.

Was waren nun die geistlichen Quellen, aus denen Johannes Bosco lebte? Als Kind wurde er von seiner Mutter Margherita  in einem religiösen Sinne erzogen. Das tiefe Gottvertrauen, das hier wachsen konnte, bestimmte sein ganzes weiteres Leben – gerade auch in schwierigen Situationen. Zugleich prägte ihn die Erfahrung der familiären Armut; seine spätere »Option für die ärmere Jugend« hatte darin eine ihrer Hauptwurzeln.
Im Priesterseminar wurde ihm, wie er im nachhinein bemängelte, eine etwas lebensfremde,  Theologie vermittelt. Hier lernte er jedoch auch Heilige der katholischen Reform wie Philipp Neri  und Franz von Sales  kennen. Nach dem Genfer Bischof Franz von Sales wurden das Oratorium, die dazugehörige Kirche und später die Ordensgemeinschaft benannt.
In besonderer Weise verehrte Don Bosco die Gottesmutter Maria, und zwar als »Helferin der Christen«. Die von 1863 bis 1868 in Turin-Valdocco errichtete große Kirche wurde daher »Maria-Hilf-Basilika« genannt. 1872 gründete Don Bosco unter der Mitwirkung von Maria Mazzarello (1837–1881) eine Ordensgemeinschaft zur sozialen und religiösen Betreuung der weiblichen Jugend.  Sie erhielt den Namen »Töchter Mariä, der Hilfe der Christen« (im deutschen Sprachbereich heute als »Don-Bosco-Schwestern« bekannt). Eine gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen war in der Zeit nicht möglich.

Ein pädagogisches Schlüsselwort Don Boscos, der für seine Oratorien eine Atmosphäre des Vertrauens und der Liebe wünschte, lautete: »Assistenz«. Damit war eine Form von aktiver und interessierter Anwesenheit des Erziehers unter den Jugendlichen gemeint, die nicht einfach nur beaufsichtigt werden sollten.  Don Bosco, seine Mitbrüder und Mitarbeiter teilten das Leben mit den Jugendlichen, nahmen diese ernst und Spiele und Feste gehörten selbstverständlich zum Zusammensein. Dadurch ließ sich sehr viel leichter und nachdrücklicher ein Lernerfolg, eine Verhaltensänderung oder ein Beharren im Guten erreichen als durch Strafen.

Der Turiner Pädagoge sprach in diesem Zusammenhang vom »Präventivsystem« . Im Deutschen gibt das Sprichwort: Vorbeugen ist besser als heilen“ sehr gut das Anliegen des Präventivsystemes wieder. Als Grundpfeiler seines Tuns bezeichnete Don Bosco die Vernunft, die Religion und die Liebe (Amorevollezza = Liebenswürdigkeit). Ihm ging es letztlich um den ganzen Menschen, um den gläubigen Christen und den guten Staatsbürger.


Zur frühen Geschichte der Salesianer Don Boscos


Don Bosco stand in seiner Arbeit mit den Jungen von der Straße nicht allein da. Es gab Mitarbeiter, bei denen es sich zu einem guten Teil um Priester handelte, die dem Turiner Konvikt nahestanden. Außerdem wuchsen einige der Schüler des Oratoriums von Valdocco in die Rolle pädagogischer Helfer hinein.

Wegen der kulturkämpferischen Gesetze des piemontesischen Staates war seinerzeit an eine Ordensgründung nicht zu denken. Die Gruppe der ersten »Salesianer«, die sich am 26. Januar 1854 zusammenfand konnte daher im Jahre 1855 nur private Gelübde ablegen. Unter ihnen war auch Don Boscos künftiger Nachfolger Michael Rua (1837–1910).
Am 18. Dezember 1859 schließlich konstituierten sich im Turiner Oratorium 18 Männer als salesianische Gemeinschaft. Die Anwesenden wählten Johannes Bosco zum Generalobern und stellten ihm einen Obernrat zur Seite, dem auch der Subdiakon Michael Rua als geistlicher Direktor angehörte. Bis zur endgültigen Anerkennung sollten zwar noch einige Jahre vergehen, doch bestand jetzt grundsätzlich die Möglichkeit, sich auch außerhalb der Stadt Turin niederzulassen.

Im Oktober 1863 wurde ein Haus in Mirabello (Piemont) eröffnet, und bis 1880 waren die Salesianer in nahezu allen Regionen des vereinigten Königreiches Italien einschließlich der Hauptstadt Rom präsent. Schon im Jahre 1875 kam es zu ersten Gründungen im Ausland und zwar im französischen Nizza und im argentinischen Buenos Aires. Noch zu Lebzeiten Don Boscos kamen weitere Länder hinzu: Uruguay (1876), Spanien (1881), Brasilien (1883), Österreich, Chile und Großbritannien (1887). Unter den von den Salesianern betriebenen Einrichtungen gab es Oratorien, Schulen, Lehrwerkstätten, Internate, Waisenhäuser, Erziehungsheime, Pfarreien, Missionen und Ausbildungshäuser für den Ordensnachwuchs.

Am 10. Mai 1884 schrieb Don Bosco seinen berühmten "Rombrief" Briefe aus Rom an die Jugendlichen und Mitbrüder in Turin. Darin zeichnete er sicherlich ein Idealbild der Anfänge des Oratoriums, hinterließ aber zugleich so etwas wie ein pädagogisch-pastorales Testament, in dem er die Notwendigkeit der Assistenz und des familiären Umgangs betonte. Es sei wichtig, so Don Bosco, daß die Jugendlichen nicht nur geliebt würden, sondern daß sie dies auch spürten.

Als der Priester und Erzieher am 31. Januar 1888 in Valdocco starb, gab es 773 Salesianer und 276 Novizen in insgesamt 58 Niederlassungen. Die Don-Bosco-Schwestern zählten 415 Professen und 164 Novizinnen in 54 Häusern. Auch die 1876 entstandene »Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter« machte große Fortschritte.

Im Schriftenapostolat war der Orden inzwischen international tätig: Die 1877 begründete Zeitschrift Bollettino Salesiano verfügte seit 1879 über eine französische und seit 1886 über eine spanische Ausgabe. Schon ab 1880 erschienen die ersten Don-Bosco-Biographien  in verschiedenen Sprachen.

An die Stelle Don Boscos,  der 1888 starb,  trat Michael Rua als Generaloberer. Er hatte schon seit 1884 das Amt des Vikars bekleidete. Unter seiner Leitung breitete die Kongregation sich rasch weiter aus. Als Don Rua 1910 starb,  wirkten 4.001 Salesianer und 2.716 Don-Bosco-Schwestern sowie 371 Novizen und 286 Novizinnen in Europa, Süd- und Nordamerika, Afrika und Asien.


Die Wege des Ordens nach Deutschland


Wie kamen die Salesianer Don Boscos nach Deutschland?
An erster Stelle ist darauf zu verweisen, daß Menschen aus Deutschland und Österreich, die auf irgendeine Weise von Don Bosco erfahren hatten, den Kontakt zu dem Turiner Priester suchten.

Im weiteren ergaben sich einige Gelegenheiten, im deutschsprachigen Raum Ordensniederlassungen anzusiedeln, die aber nicht von Dauer waren.

Medienmäßig waren es die Salesianischen Nachrichten (seit 1894 auch in deutscher Sprache), die den Namen Don Bosco bekannt werden ließen.


Im Einzelnen

Arnold Janssen
, der Gründer der Steyler Missionare, stattete ihm im Januar 1881 einen persönlichen Besuch ab. Zweieinhalb Jahre später begab Don Bosco sich nach Österreich, wo er in Frohsdorf bei Wiener Neustadt mit dem französischen Thronanwärter Henri Comte de Chambord zusammentraf, es aber offensichtlich kaum zu Begegnungen mit Einheimischen kam. Bedeutsamer für die Verbreitung des salesianischen Gedankenguts in den deutschsprachigen Ländern, wurde die Turinreise des jungen Regensburger Diözesanpriesters Johann Baptist Mehler im Juni 1885.  Im gleichen Jahr  berichtete Mehler  auf dem Katholikentag in Münster  über seine positiven Erfahrungen und veröffentlichte in den folgenden Jahren mehrere Schriften über Don Bosco. Durch Mehler sind aber keine konkreten Gründungen erfolgt, er ging in seinen Aufgaben als Diözesanpriester völlig auf.

Eine deutsche Übersetzung der Don-Bosco-Biographie des Franzosen Charles d’Espiney war bereits 1883 in Münster erschienen.  Die Übersetzung der Biographie des Landsmannes Albert du Bois, in der auch das Präventivsystem ausführlich behandelt wurde, kam 1885 in Mainz heraus. Im selben Jahr veröffentlichte  Johannes Janssen(1853–1898) in der Zeitschrift Stadt Gottes mehrere Artikel über Don Bosco, die er kurze Zeit später als eigenständiges Büchlein drucken ließ. Ende der 1880er Jahre entdeckten die ersten wissenschaftlichen Pädagogen in Deutschland die Bedeutung des Turiner Jugendseelsorgers; hier wären die Namen Lorenz Kellner und Leonhard Habrich zu nennen. Weil Don Bosco als Praktiker kaum etwas an pädagogischer Theorie schriftlich fixiert hat, ist der Zugang zu ihm im Sinne einer wissenschaftlichen Pädagogik bis heute schwierig geblieben.

Unter dem Namen Salesianische Nachrichten und mit einer Anfangsauflage von 20.000 Exemplaren erschien ab Januar 1895 auch die Ordenszeitschrift Bollettino Salesiano in deutscher Sprache; redigiert wurde sie  Zunächst im Oratorium von Valdocco. Mit dieser kostenlos an die Salesianischen Mitarbeiter versandten Publikation  wurden die Leser mit Informationen über die salesianische Wirksamkeit in aller Welt versorgt mit Schwerpunkt auf die   Missionsländer. Die Zeitschrift besteht bis heute, jetzt unter dem Titel Don Bosco Magazin

Don Bosco hatte die Beobachtung gemacht, daß junge Erwachsene, die sich auf den Weg zum Priestertum begaben, wesentlich häufiger ihr Ziel erreichten als Jungen, die ab 10 Jahren auf das Priestertum zusteuerten. Mit Zustimmung Papst Pius’ IX. errichtete er daher im Jahre 1875 ein Werk für Spätberufene, die auch »Mariensöhne« genannt wurden.
Seit 1895 erging die Einladung an deutsche Spätberufene, sich an einer Schule des Ordens in der Nähe von Turin auf das Priestertum vorzubereiten. Weil es nördlich der Alpen noch keine entsprechenden Einrichtungen gab, stieß das Angebot ab 1899/1900 auf eine unerwartet große Resonanz. Die Orte dafür wechselten mehrfach (Foglizzo, Penango (beide Italien), Wernsee (ehemaliges Jugoslawien), Unterwalterdorf (Österreich). In Deutschland gab es in Essen-Borbeck die Möglichkeit, als Spätberufener zum Priestertum zu gelangen. Von 700 deutschsprachigen Mariensöhnen, die nach Italien kamen, traten bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs fast 200 bei den Salesianern Don Boscos ein.  Ein Pfarrer Zimmermann, einst Student in Penango, gründete in Deutschland für die Diözesen  ein Spätberufenenwerk in Bad Driburg (das aber nicht mehr besteht).

Die erste Ordensniederlassung, die 1887 auf dem Gebiet der Donaumonarchie gegründet werden konnte, befand sich in Trient. Hier wie auch in Görz (gegr. 1895) und in Triest (gegr. 1898) betreute man italienische Jugendliche.

Das erste deutschsprachige Salesianerhaus wurde 1897 im schweizerischen Muri/Aargau eröffnet und sieben Jahre später wieder geschlossen. Der Direktor dieser Lehrlingseinrichtung war der aus Lothringen stammende Eugène Méderlet (1867–1934). Er hatte mit vielerlei Schwierigkeiten vor allem finanzieller Art zu kämpfen gehabt.

Ebenfalls ohne größeren Erfolg begann 1903 die Tätigkeit des Ordens in der österreichischen Hauptstadt Wien, wo man für kurze Zeit ein Haus für verwahrloste Jungen in der Trägerschaft eines Vereins »Kinderschutzstationen« übernahm. Mit dem 1909 erfolgten Amtsantritt des späteren Kardinals August Hlond als Direktor von Wien begann der Aufschwung der Niederlassung. Hlond war es auch, der maßgeblich dazu beitrug, daß die Kongregation im Jahre
1912 die staatliche Anerkennung für die Donaumonarchie erhielt.

1904 sah es so aus, als ob dieser Plan vor der Verwirklichung stehe. Don Rua begab sich persönlich über Lüttich, wo die Salesianer seit 1891 wirkten, nach Köln und führte Gespräche über ein mögliches Engagement des Ordens in einem zu gründenden  Erziehungsheim. Das Kölner Projekt ließ sich jedoch nicht verwirklichen.

Zu einer salesianischen Gründung kam es dagegen im lothringischen Sierck (Elsaß-Lothringen gehörte von 1871-1918 zum Deutschen Reich!), am heutigen Dreiländereck Frankreich–Luxemburg–Deutschland gelegen. Auf  Betreiben Eugène Méderlets bemühte man sich, eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Mitbrüder zu erhalten, die sich um die seelsorgliche Betreuung italienischer Gastarbeiter kümmern sollten. Da der Staat ein Interesse daran hatte, wurde die Genehmigung im Februar 1904 tatsächlich erteilt. Im Herbst desselben Jahres nahmen zwei Priester und ein Laienbruder ihre Tätigkeit auf, wobei vorgesehen war, zusätzlich zur italienischen Mission noch eine landwirtschaftliche Kolonie und eine Einrichtung für Mariensöhne zu eröffnen. Doch innerhalb eines Jahres wurde die erste salesianische Niederlassung auf dem Gebiet des Deutschen Reiches wieder geschlossen. Einer der zwei Priester blieb in Lothringen und betrieb bis 1918 von der Kreisstadt Diedenhofen (Thionville) aus eine Art Gastarbeiterseelsorge. Zeitweise wurde er dabei von einem zweiten Mitbruder unterstützt.

Erst während des Ersten Weltkriegs gelangte die Kongregation dann von einer anderen Seite her – und diesmal auf Dauer – nach Deutschland. Im Jahre 1916 konnte das erste bayerische Haus in Würzburg eröffnet werden, das organisatorisch an die seit 1905 bestehende österreichisch-ungarische Ordensprovinz angeschlossen wurde. In Würzburg übernahm man mit drei Mitbrüdern ein Lehrlingsheim, an dessen Arbeit der Staat ein Interesse hatte. 

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es zu einer regelrechten salesianischen Gründungswelle in Deutschland. Noch 1919 öffneten die Niederlassungen von München, Freyung, Passau und Bamberg ihre Pforten. In den 1920er und 1930er Jahren kamen weitere Häuser hinzu, in denen auf sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldern Jugendarbeit im Geiste Don Boscos betrieben wurde.

Ausblick (von Herbert Diekmann)

Seitens der Ordensleitung in Rom wurde jede Möglichkeit aufgegriffen, in den Westen und nach Deutschland zu gelangen und auf Verwirklichungsmöglichkeit hin geprüft, wie es  Norbert Wolff  beeindruckend hier und in weiteren Veröffentlichungen dargelegt hat. 

Damit ist die Forschung in diesem Bereich aber noch nicht abgeschlossen:
Von Don Bosco selbst wissen wir, daß er die Ausbreitung in Richtung Missionsländer sich auf seine Fahne geschrieben hat. Ob er hinsichtlich anderer Regionen auch ausdrückliche Vorstellungen hatte, ist meines Wissens bisher nicht untersucht worden.

Wolff zitiert folgende Protokollbemerkung des Obernrates in Rom von 1891: “Don Rua wäre allerdings geneigt, auf dem Weg über Frankreich nach Preußen einzutreten”.  
Hieraus ergibt  sich die wichtige  Frage, wieweit durch die Ordensleitung systematisch und geplant an der Ausbreitung des Ordens durch Gründung neuer Niederlassungen gearbeitet wurde bzw. was die Bedingungsfaktoren dafür waren.

Die Antwort darauf steht noch aus.


Der Sprung in die Gegenwart und heutige Welt

Die heutigen Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in Deutschland und Österreich befinden sich in etwa 80 Orten. Ein informative Broschüre kann dazu kostenlos angefordert werden
provinzialat.koeln@donbosco.de 

Ein Blick in die Welt:

  Das LOGO stellt ein Haus dar, dessen Säulen 
                          die drei Salesianischen Gemeinschaften sind:

Der Orden der Salesianer Don Boscos wuchs in gut 100 Jahren mit ca. 17.000 Mitgliedern zum drittgrößten Männerorden der katholischen Kirche an. Das Hauptarbeitsgebiet ist die Jugendarbeit bei benachteiligter, sozial schwacher oder Jugend (zB in sozialen Brennpunkten).
Gleiches gilt für die Don Bosco Schwestern, die mit ca. 17.000 Schwestern ein ähnliches Arbeitsgebiet haben. Die Zusammenarbeit erfolgt nach örtlicher Notwendigkeit und Möglichkeit.
Eine unverzichtbare Hilfe dabei sind die Salesianischen Mitarbeiter, die je nach Möglichkeit ehrenamtlich oder hauptamtlich am Erziehungswerk Don Boscos mitarbeiten.

Wichtige Literatur

- Diekmann, Herbert
Deutschsprachige Don-Bosco-Literatur 1883-1994
ROM   LAS   1997   111 S.

- Söll, Georg
Die Salesianer Don Boscos (SDB) im deutschen Sprachraum 1888–1988
München   Don Bosco Verl.  1989  624 S.

- Wolff, Norbert
Viele Wege führen nach Deutschland.
Überlegungen zur salesianischen Geschichte der Jahre 1883–1922
München  Don Bosco Verl.  2000  69 S. 
( Benediktbeurer Hochschulschriften  ; 15)

Eine Bibliographie aller Monographien, Artikel und enthaltenen Beiträge zu Don Bosco, den Salesianischen Werken, den salesianischen Persönlichkeiten und den Don Bosco Schwestern finden Sie auf der Unterseite Literatur zu Don Bosco
Die darin genannten Schriften sind alle vorhanden im Provinzarchiv der Salesianer Don Bosco in Köln und in der Bibliothek der Hochschulen in Benediktbeuern Oberbayern).

 

Mit   Maria Mazzarello (1837-1881) gründete er den weiblichen Zweig:  

Don Bosco Schwestern (FMA)
Auch dieser Orden hat 17.000 Schwestern, die sich vornehmlich mit weiblicher Jugend befassen. Vielfach arbeiten heute beide Orden zusammen.

 


Franz von Sales

(Patron der Schriftsteller und Journalisten)

Der heilige Franz von Sales wurde 1567 in Troyes, südlich des Genfer Sees, in Savoyen geboren. 1593 wurde er zum Priester und 1602 zum Bischof von Genf/Annecy geweiht.

Seine herausragenden Leistungen waren die Rückführung des Chablais zum katholischen Glauben, der Bestseller "Anleitung zum frommen Leben - Philothea" und die Gründung des Frauenordens der Heimsuchung Marias.

1622 starb er in Lyon. 1661 wurde er selig und 1665 heilig gesprochen. 1877 kürte ihn die katholische Kirche zum Kirchenlehrer und 1923 erwählte sie ihn zum Patron der Schriftsteller und Journalisten. Die Katholische Kirche stellte daher bereits am Beginn unseres Jahrhunderts diesem Berufsstand den heiligen Franz von Sales als Schutzpatron zur Seite. Leider mit bisher wenig Resonanz unter den Journalisten. Man kennt vielleicht seinen Namen und die wichtigsten biographischen Daten, seine Bedeutung für den Journalismus ist aber sehr selten wirklich bewußt.

Anscheinend mißt man einem Heiligen, der von 1567 bis 1622 lebte, keine besondere Bedeutung für einen Beruf bei, den es zu seiner Zeit noch gar nicht gab. Papst Pius XI. hatte allerdings gute Gründe, gerade Franz von Sales 1923 zum Journalistenpatron zu küren. Die Lebensgeschichte des Heiligen weist nämlich einige ganz konkrete journalistische Berührungspunkte auf:

1594 zum Beispiel, am Beginn seiner priesterlichen Tätigkeit, erhielt Franz von Sales den Auftrag, die Bewohner des Chablais südlich des Genfer Sees, die im Zuge der Reformation zum Calvinismus übergetreten waren, wieder für den katholischen Glauben zu gewinnen. Als die politischen Machthaber dieser Region davon erfuhren, verboten sie der Bevölkerung unter Strafe, die Predigten des jungen Missionars zu besuchen. Franz von Sales wurde einfach boykottiert. Er mußte daher andere Wege finden, den katholischen Glauben unter das Volk zu bringen. Er wählte dazu eine Methode, die in jener Zeit gerade modern wurde: das Flugblatt. In periodischen Abständen verfaßte er ein Flugblatt, vervielfältigte es und heftete es an die Haustüren und öffentlichen Plätze.

Franz von Sales hatte mit dieser Methode großen Erfolg. Bereits nach drei Jahren konnte er seinem Bischof berichten, daß die Bevölkerung des Chablais wieder in die katholische Kirche zurückgekehrt ist. Der Erfolg seiner Flugblätter ist leicht erklärbar: Franz von Sales orientierte sich an seiner Leserschaft und verfaßte seine Artikel in der Landessprache, was damals im von der lateinischen Sprache beherrschten Raum der katholischen Kirche praktisch einzigartig war. Zudem verstand es Franz von Sales, schwierigste theologische Themen einfach und klar und für das Volk verständlich zu vermitteln. Er übernahm auch nicht den üblichen polemischen Stil, der damals im Zuge der Glaubensauseinandersetzungen auf beiden Seiten vorherrschte. Für ihn galt vielmehr der Grundsatz: "Man muß wohl über das Schlechte empört und fest entschlossen sein, sich niemals darauf einzulassen; dennoch muß man dem Nächsten gegenüber ganz mild bleiben."

Auch wenn Franz von Sales ohne Umschweife die Irrlehren des Calvinismus anprangerte, so achtete er dennoch die Würde seiner Gegner, die er nicht selten als seine "Brüder" bezeichnete. Charakteristisch für seine Flugblätter war ebenso eine akribische Genauigkeit der Recherche sowie ein hohes Maß an Bildung und Objektivität.

Franz von Sales wurde zwar von einem besonderen Interesse geleitet, nämlich von der Lehre der katholischen Kirche, er legte dieses Interesse aber deutlich an den Tag. Er versuchte nicht, durch irgendwelche Verschleierungen die Meinung seiner Leser zu manipulieren. Außerdem informierte sich Franz stets über die Meinung seiner Gegner.

In einer Zeit, als man eine Sondererlaubnis des Bischofs brauchte, um überhaupt reformatorische Werke, die sich allesamt auf dem Index der verbotenen Bücher befanden, lesen zu dürfen, erstaunt Franz von Sales durch seine ausgezeichnete Kenntnis der Lehren Calvins, Zwinglis oder Luthers.

An diesen biographischen Hinweisen wird bereits deutlich, welchen Ansprüchen ein Journalist gegenübersteht, wenn er Franz von Sales als seinen Patron ernst nimmt. Es sind allerdings Ansprüche, die man auch in den journalistischen Lehrbüchern von heute findet:

Leserorientierung,
Achtung der Würde der Person,
Objektivität,
Genauigkeit in der Recherche
Offenlegung seiner Interessen, um einer Meinungsmanipulation entgegenzuwirken.

Der heilige Franz von Sales bliebe aber hinter seinem Ruf zurück, zeigte er nicht auch Verständnis für die Fehler und Schwächen der Journalisten. So schreibt der Bischof: "Man behandelt manchmal die Schriftsteller zu hart. Man fällt sehr rasch ein strenges Urteil über sie und offenbart dabei mehr an Taktlosigkeit, als jene an Unklugheit, da sie ihre Schriften voreilig veröffentlichten."

Man kann also den Journalisten nur empfehlen, sich in der Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe immer wieder auch an ihren Schutzpatron zu wenden. Papst Pius XI. hat 1923 wirklich eine gute Wahl getroffen.

P. Herbert Winklehner OSFS (aus der HP des Franz-von-Sales-Verl., Eichstätt)

Bücher über Don Bosco und seine pädagogische Arbeit 

1. Seine Selbstbiographie
   Bosco, Johannes
   Erinnerungen an das Oratorium des hl. Franz von Sales
   München  2001  310 S.

    * Im Buchhandel erhältlich

2. Zu seiner Pädagogik
   Weinschenk, Reinhold
   Grundlagen der Pädagogik Don Boscos
   München 1987 240 S
.
   + Beste Darstellung seiner Pädagogik in deutscher Sprache
   * Vergriffen: In Bibliotheken zu finden

3. Literaturverzeichnis
    Diekmann, Herbert
   Deutschsprachige Don-Bosco-Literatur
    Rom  1997  111 S.
    * Das Buch kann kostenlos bei mir bezogen werden,
      solange der Vorrat reicht 
      Kostenloser Bezug: Deutschsprachige-Don-Bosco-Literatur 

4. Salesianer in Deutschland 
       Kostenloser Prospekt

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